Januar 2020:
Die im Sommer begonnenen Renovierungsarbeiten des Gemeinschaftsraumes im abgelegenen Dorf Huchla sind nun bald abgeschlossen.

 

2019 08 30 Umbau

Während des Umbaus

 

Die neu renovierte und mit neuer Bestuhlung und auch mit einer Küche ausgestattete Räumlichkeit, ist als Seniorenbegegnungsstätte  und als Treffpunkt für die meist alten Menschen von Huchla vorgesehen. Gefördert wurde der Umbau mit umfassenden Mitteln der deutschen Georg Kraus Stiftung. Die Kommune Ivaylovgrad beteiligte sich mit 15 % der Kosten.  Bisher wurden für die Renovierung 16.554,69 Leva (entspricht ca. 8000.-€) ausgegeben. Darin ist die Renovierung der Räume, Malerarbeiten, neue Bodenbeläge, Heizung und neue Beleuchtung enthalten. Das Budget wurde gut eingehalten.

 

2020 01 Einbaukche 

Die neue Einbauküche

 

Die Kommune hat einen Arbeiter für die Arbeiten eingesetzt. Aber zudem haben mehrere Dorfbewohner von Huchla unter Leitung unseres Bekannten Hristo Grigorov, der Elektriker von Beruf ist und dessen Eltern in Huchla leben, wesentlich zum Fortschritt der Renovierungsmaßnahmen beigetragen. Er hat weitere Arbeiter organisiert, mit Firmen und der Stadtverwaltung Ivalovgrad verhandelt, selbst mit Hand angelegt. Die ganze Elektrik wurde von ihm gemacht und er fungierte ehrenamtlich als Bauleiter. Auch hat er dafür gesorgt, dass die Bewohner bei Detailentscheidungen mit einbezogen wurden. So konnte nun kurz vor Weihnachten der Gemeinschaftsraum fertig gestellt worden.

 

2020 Neujahrsfeier

Neujahresfeier 2019/2020

 

Die Bewohner benutzen bereits die Räumlichkeiten und auch Silvester wurde bereits im neuen Gemeinschaftsraum gefeiert. Sie sind nun stolz auf ihren neuen Dorfmittelpunkt und sind sehr dankbar für die Unterstützung aus Deutschland. Nun werden noch Restarbeiten erledigt und einige Ausstattungsanschaffungen getätigt.

 

2020 01 Hebammenfest

Hebammenfest Januar 2020


Wir sind auch sehr positiv gestimmt darüber, dass die Menschen und ihre außerhalb lebenden Angehörigen unaufgefordert sich bei dem Projekt eingebracht haben und selbst in vielen ehrenamtlich erbrachten Stunden an der Verwirklichung des Umbaus des Gemeinschaftsraums mitgearbeitet haben. Zudem haben in der ganzen Zeit schon die von Frau Zlatka geleiteten Seniorentreffen stattgefunden. Meist in privaten Häusern, aber natürlich auch im Freien. Und es haben auch zwei Ausflüge für die Senioren stattgefunden, die auch mit Mittel unseres Vereins finanziert wurden, aber auch mit Teilnehmerbeiträgen. Der laufende Betrieb des Seniorenclubs wird schon seit fast einem Jahr von der Bulgarienhilfe finanziert.

 

2020 01 04 Bestuhlung und Bhne

Bestuhlung und Bühne

 

 

 

Mai 2019:

Nachdem die vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung Ivaylovgrad  wegen der Renovierung des Gemeinschaftshauses in Huchla sich zu Jahresbeginn etwas in die Länge zogen, hat nun der Umbau gestartet.  Es wurden bereits neue Fenster im Gemeinschaftsraum installiert. Gleichzeitig finden für die alten Menschen von Huchla regelmäßige Treffen statt, meist im Freien oder in Privathäusern. Frau Zlatka betreut die Senioren und sorgt für ein kleines Programm. Hierfür erhält sie eine Aufwandentschädigung von der Bulgarienhilfe Oberschwaben und Mittel für die eigentlichen Aktivitäten und Materialien. Sie hat deshalb ein spezielles Bankkonto für den Seniorentreff eingerichtet. Die Stadt Ivalovgrad, zu der das abgeschiedene Dorf Huchla gehört, hat derzeit Probleme genügend Mitarbeiter für die Umbauarbeiten zur Verfügung zu stellen. Zur  Zeit ist nur ein Mann tätig. So geht der Umbau etwas schleppend voran. Aber wichtig ist, dass die Senioren in absehbarer Zeit dann den Gemeinschaftsraum nützen können.

 

 

 

Schon seit Jahren unterstützt Yanitsa Kaplan, die in Wolpertswende mit Ihrer Familie lebt, ein kleines Dorf in Bulgarien, woher ihre Vorfahren kamen.  In einem Vortrag bei der Bulgarienhilfe Oberschwaben schilderte sie wie die Menschen in dem fast vergessenen und sterbenden Dorf leben.  Huchla liegt abgeschieden ganz im Süden von Bulgarien im Rodopengebirge, nur ein Steinwurf von Griechenland entfernt. Dort lebten bereits ihre Großeltern, ihr Vater ist dort geboren. Das Dorf und die Natur drum herum sind atemberaubend, schwärmt Yana Kaplan, aber es liegt weit weg von den großen Städten. Doch das ist auch das große Problem. Gerade einmal 27 alte Menschen leben noch dort. Die Jungen haben das Dorf verlassen. Sie sind dorthin gezogen, wo es Jobs gibt. In Huchla gibt es kein fließend Wasser und auch keine Kanalisation. Um in den nächsten Laden oder zum Arzt zu kommen, müssen die Bewohner lange Wege zurücklegen. Der Großteil von ihnen ist bereits mehr als 70 Jahre alt.

 

Yanitsa Kaplan beschrieb in ihrem Vortrag welche Kultur im Dorf Huchla bestand, wie sich alles nach der Wende wandelte und welch bewundernswerte Gemeinschaft die wenigen Menschen im kleinen Dorf entwickeln um dort noch leben zu können. So verbringen manche jungen Menschen, die fortgezogen sind, ihren Urlaub in der alten Heimat um Häuser oder Brunnen zu renovieren und die Alten zu unterstützen. Ein Elektriker kommt alle paar Monate in sein Heimatdorf zurück, um Elektrisches bei den alten Leuten wieder in Stand zu setzen. Aber da gibt es auch Georgi Tarabolov, der wegen eines gesundheitlichen Problems seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte und  an seinen Geburtsort zurück kam. Hier lebt er alleine auf einem kleinen Hof und hält Kühe und Schweine und versucht vom Milcherlös und dem gelegentlichen Verkauf eines selbst gezüchteten Tieres einen bescheidenen Lebensunterhalt zu sichern. Aber das Besondere ist, er versorgt die Alten mit Milch und hilft in allen Bereichen wo Not am Mann ist. Er ist eine große Stütze für die Alten geworden.

Auch haben ehemalige Bewohner von Huchla ein jährlich stattfindendes Kulturwochenende ins Leben gerufen, bei dem neben unterschiedlichen Kunstbeiträgen, auch die ursprünglichen Tänze, Geschichten, Mythen und Traditionen wiederbelebt werden. Und dass die Gegend auch geschichtlich bedeutend war zeigte Yanitsa Kaplan anhand von Bilder über archäologischen Ausgrabungen auf. Schon in der Antike führte hier der Weg durch vom Bosporus her zum Balkan und viele Kulturen lebten in diesem Gebiet von Huchla.  Bei ihnen jährlichen Besuchen in Huchla stellt Kaplan fest, dass obwohl der Verfall von Häusern weitergeht, sich doch ständig auch Positives tut. Mit beigetragen habe auch die Hilfe von außen. So würde sie schon seit ein paar Jahren von der Bulgarienhilfe Oberschwaben unterstützt. Lebensmittelpakete für alte Menschen konnten eingekauft werden, ein Bauer wurde unterstützt, ein Denkmal konnte beleuchtet werden. Und an diesem Vortragsabend spendeten die Besucher  spontan 335 Euro, die Yanitsa Kaplan für Huchla einsetzen wird. Auch die Bulgarienhilfe Oberschwaben sicherte weitere Unterstützung für Huchla zu. Und Yanitsa Kaplan schwebt vor, dann einen regelmäßigen Lebensmittelanlieferungsdienst zu organisieren und den Dorftreffpunkt mit Mitteln der Bulgarienhilfe Oberschwaben neu herrichten zu lassen.

Stand: Oktober 2016

 

 

Besuch in Huchla am 11. Juni 2018

Im Rahmen einer Rundreise durch Bulgarien und Nord-Griechenland kam die Reisegruppe der Bulgarienhilfe am 11.Juni 2018 in das abgelegene Dorf Huchla an der bulgarisch-griechischen Grenze. Hier leben nur noch etwa 30 ältere Menschen. Im Sommer kommen auch noch Angehörige oder Besitzer einiger Häuser kurzzeitig in das Dorf. Im schön gelegenen Dorf, das zur Stadt Ivaylovgrad (ca. 9 km entfernt) gehört sind mehrere Häuser bereits verfallen, die Kirche steht noch, macht aber einen heruntergekommenen Eindruck und es gibt ein kommunales Gebäude in dem der Ortsvorsteher stundenweise ein Büro unterhält. In diesem Gebäude befindet sich ein Versammlungsraum, der allerdings renovierungsbedürftig ist und für eine sinnvolle Nutzung neues Inventar benötigt. Um die bewohnten Häuser ist keinerlei Rasen zu sehen, weil alle Grundstücke mit Kartoffelbeeten, Bohnen, Gemüsebeeten und Obstbäumen bepflanzt sind. Die Bewohner benötigen den Eigenanbau für ihre Versorgung.

 

Den Hügel hinauf, etwa 600 m vom Dorf Huchla entfernt, liegt auf einem Berghügel eine Kapelle mit Rundumsicht auf die beeindruckende Landschaft. Neben der Kapelle befindet sich ein Brunnen. Der Ort ist beeindruckend und weist eine lange Geschichte auf. Auch heute ist die Kapelle ein „Wallfahrtort“ und zudem findet hier auch jährlich ein kleines Kulturfestival statt.  Alle Bereiche des Dorfes wurden uns von Bewohnern und dem Ortsvorsteher gezeigt und dann wurden wir in einen Garten eines Gebäudes eingeladen, wo sich manche Dorfbewohner auch sonst mal auf einen Drink treffen. Hier empfing uns im Auftrag der Bürgermeisterin Frau Ovtarova, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Ivaylovgrad Krasen Krastev und der Finanzsekretär Nikolay Panayotov. Unsere 16-köpfige Gruppe wurde mit Produkten aus Huchla von etwa 12 Dorfbewohnern bewirtet, während Bernd Bergemann mit den offiziellen Vertretern der Stadt über eine mögliche Zusammenarbeit verhandelte. Die Vertreter der Stadt signalisierten, dass sie es begrüßen, dass die Bulgarienhilfe Unterstützung bei der Entwicklung und Betrieb eines Seniorentreffpunktes im Versammlungsraum des Ortes geben möchte. Man verständigte sich darauf dass auch die Stadt sich einbringt in Form von manueller Eigenleistung und die Bulgarienhilfe und die Kraus-Stiftung die Materialkosten und ein neues Inventar übernehmen wollen. Die Stadt ermittelt möglichst bald die Kosten, damit dann die Zuschusskosten von deutscher Seite geklärt werden können.

 

Die Bulgarienhilfe wird zudem für 3 Jahre die Honorarkosten für die Betreuerin des Seniorentreffs übernehmen. Im Gespräch war auch Frau Zlatka Jleiva beteiligt, die voraussichtlich als Betreuerin mitwirken möchte. Nach dem Gespräch besuchte ein Teil der Gruppe noch Frau Nele, die drei pflegebedürftige Familienmitglieder liebevoll betreut. Ihr übergab Bernd Bergemann 300 Lev, damit sie sich auch mal durch eine andere Pflegeperson am Nachmittag vertreten lassen kann, um selbst mal wieder Entspannung und Zeit für persönliche Dinge gönnen kann.

Stand Juni 2018

 

 

 

Neue Perspektive für die Menschen in Huchla

Inzwischen hat die Kommune Ivaylovgrad einen Kostenvoranschlag für die Renovierung des Gemeindesaals vorgelegt und wird sich mit 15 % der Gesamtkosten beteiligen. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Georg Kraus Stiftung aus Hagen, die 85 % der Gesamtkosten fördert, kann die Bulgarienhilfe Oberschwaben  nun das Projekt umsetzen. Die Bulgarienhilfe Oberschwaben wird dann die Umbaunahmen begleiten und die Anstellung einer Honorarkraft für die Betreuung des Seniorentreffpunkts für zunächst 3 Jahre finanzieren. Mit den Umbaumaßnahmen wird wohl ab Januar 2019 begonnen.

Stand: November 2018.